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Pro und Contra für iPads in Grundschulen 

 07‑Apr‑2021

Von  Sabine Gessenich

CONTRA

Medienkompetenz entsteht nicht alleine durch die Nutzung von iPads

Kinder im Grundschulalter können alleine noch keine wirkliche Medienkompetenz entwickeln. Ihnen fehlt die Fähigkeit, die Inhalte sachkundig und kritisch zu nutzen. Kritiker sagen, dass Kinder nicht zwangsläufig mehr lernen würden, wenn iPads lediglich zur Erweiterung der zahlreichen anderen Arbeitsmaterialien in der Grundschule genutzt werden.

Ist der Einsatz von iPads sinnvoll?

Digitale Medien sind in fast jedem Haushalt vorhanden und die Arbeit mit einem iPad dürfte insofern keine neue Erfahrung für Grundschulkinder sein. Wissenschaftler und Psychiater sind der Meinung, dass es wichtig ist, für die Digitalisierung der Gesellschaft erst einmal eine Basis zu legen. Das Erlernen von sozialen Fähigkeiten und Kernkompetenzen kann nicht durch digitale Medien ersetzt werden. Vielmehr dienen diese der Vorbereitung der späteren Verwendung von digitalen Medien in den weiterführenden Schulen.

Was Eltern befürchten und wovor Wissenschaftler warnen

  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Bewegungsmangel
  • Konzentrationsstörungen
  • Kurzsichtigkeit
  • Störungen der Gehirnentwicklung
  • Störungen der Sprachentwicklung
  • Übergewicht

Siehe hierzu auch:

Spitzer, Manfred (2020): „Digitales Unbehagen. Risiken, Nebenwirkungen und Gefahren der Digitalisierung.“ (mvgverlag) S. 41

https://www.sueddeutsche.de/digital/forscher-warnt-computer-spielen-veraendert-die-hirnstruktur-1.616192

https://www.dog.org/wp-content/uploads/2021/02/PM-Kindliche-Kurzsichtigkeit-in-der-Pandemie_Februar_V.pdf

https://www.zeit.de/wissen/2020-10/kinder-und-jugendsportbericht-bewegungsmangel-leistungssport-nachwuchs-deutschland

Digitalpakt - da wurde was vergessen.....

Aufgrund der besonderen Anforderungen für Schulen gibt es aktuell die Möglichkeit, Gelder aus dem Digitalpakt für Hardware auch ohne vorliegendes Medienkonzept abzurufen. Das ist sicher eine zu begrüßende Erleichterung  - auch für Grundschulen. Allerdings birgt es die Gefahr, dass Technik angeschafft wird, bevor die Lehrenden entsprechende Weiterbildungen für sinnvolle Unterrichtsgestaltung erhalten haben.

Pädagogisches Konzept fehlt noch

Die Anschaffung von iPads für jeden Schüler einer Grundschule bedarf einer genauen Abwägung von positiven Seiten und den negativen Folgen der Nutzung. Vor allem braucht es ein pädagogisches Konzept, damit die iPads sinnvoll eingesetzt werden und einen Mehrwert generieren können. Häufig sind allerdings die Geräte schon da, die Lehrer sind jedoch nicht wirklich auf die pädagogisch sinnvolle Nutzung der iPads vorbereitet.

PRO

Was sind die Vorteile beim Lernen mit digitalen Medien?

Ziel des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien ist nicht nur in Coronazeiten die schrittweise und rechtzeitige Vorbereitung auf die mediale Lebenswirklichkeit der Kinder.

Lehrende können den Unterricht an die Lernenden anpassen, indem sie spontan Materialien aus der Cloud oder dem Internet bereitstellen.

Unterrichtsinhalte können lerntypgerecht und interaktiv aufbereitet werden. Dies steigert die Motivation der Lernenden.

Lernapps steigern den Lerneffekt durch sofortiges Feedback

Lernfortschritte werden für die Kinder in den Lernapps automatisch visualisiert, was motivationssteigernd wirkt.

Was kann man ab der ersten Klasse mit iPads machen?

Von den Kindern wird in den weiterführenden Schulen erwartet, dass sie mit digitalen Medien umgehen

können. Medienbildung ist fest im Lehrplan der Grundschule als Bildungsauftrag verankert.

Gerade weil den Kindern sämtliche digitale Medien teils unkontrolliert begegnen, sollte so früh wie möglich mit der Schulung zum gesunden und richtigen Umgang mit digitalen Medien begonnen werden.

Beispiele für digitale Übungen am iPad in der 1. Klasse

Deutschunterricht

  • Buchstaben nachspuren und sofort auf falsche Schreibweisen hingewiesen werden
  • Laute, Silben etc. in der Anton App, in Learning Apps oder in einer durch Lehrende selbst erstellten Datei trainieren und sofort Feedback bekommen
  • Lange Geschichten erzählen und am iPad mit der Spracherkennung schreiben lassen statt nur sehr einfache Sätze auf Papier schreiben
  • Sätze / Lernwörter diktieren lassen und im eigenen Tempo schreiben / verbessern  (hierdurch wird Über- und Unterforderung vermieden)
  • Selbstkontrolle mit Musterlösungen am iPad -> Fehler selbst erkennen lernen
  • Fotos zu Gegenständen mit dem Buchstaben der Woche machen (spielerisch üben)
  • Lesetraining in Antolin

Matheunterricht

  • Mathe Üben mit WorksheetGo, Wer wird Millionär Spiel, Rechenpuzzle, Rechenfußball. (spielerisch üben und sofort Feedback erhalten)
  • Mathetraining in Zahlenzorro

Sachunterricht

  • Sich informieren in der AntonApp
  • Üben mit durch die Lehrenden mit Book Creator passend erstellten Unterlagen

Fächerübergreifend

  • Üben und Vertiefen aller Themen auf einer individuell für die Klasse erstellten Onlinepinnwand

 

Warum schaffen Schulen iPads an und nicht kostengünstigere Tablets?

Android bietet bestimmte Lernapps nicht an, die gerade Grundschulen nutzen wollen (WorksheetGo, Book Creator, Keynote, Airdrop).

Der Apple Pencil ist so sensibel wie sonst kein anderer digitaler Stift. Hiermit können die Kinder mit richtiger Stifthaltung schreiben wie auf Papier. Apple bietet durch den Apple School Manager eine optimale Administration.

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