Tipps für den Alltag mit AD(H)S – Betroffenen

Tipp 1: Regeln erarbeiten

Ihr Kind braucht klare Regeln und Strukturen, weil es alleine Schwierigkeiten hat, Prioritäten zu setzen. Dies hängt mit der durch das AD(H)S entstehenden Reizüberflutung zusammen. Erarbeiten Sie diese Regeln am besten gemeinsam innerhalb der Familie und besprechen Sie auch, welche Konsequenzen bei Nichteinhaltung erfolgen. Diese Regeln können sich auf das Verhalten beim Essen beziehen, zum Beispiel dass alle am Tisch ruhig sitzen bleiben oder auf festgelegte Fernsehzeiten, den Umgang mit Handys oder den Umgang der Geschwister untereinander – also eben alles was im Alltag zu Konfliktsituationen führt

Tipp 2: Klare Kommunikation
  • Blickkontakt herstellen gegebenenfalls „Anfassen – Anschauen – Ansprechen“
  • Kurze, genaue Aufforderungen
  • Freundlich und bestimmt auftreten
  • Wahlmöglichkeiten schaffen
  • Positives in Aussicht stellen
  • Ich-Botschaften statt Du-Botschaften
Tipp 3: Den Tag strukturieren

Ebenso wichtig wie Regeln ist auch ein strukturierter Tagesablauf. Alles, was Gewohnheit vermittelt, schafft gleichzeitig auch ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe – und das ist gerade für von ADHS betroffene Kinder von höchster Bedeutung. Hier wären zum Beispiel festgelegte Spiel- und Hausaufgabenzeiten sowie ein festgelegtes Abendritual sinnvoll. Der Lernplatz soll reizarm sein und keinen Blick aus dem Fenster ermöglichen. Das Lernpensum wird in sinnvolle Schritte eingeteilt. Dazwischen gibt es kleine Pausen mit Bewegung. Wichtig ist, dass Sie als Eltern diese Struktur vorgeben, damit sie dem Kind sozusagen in Fleisch und Blut übergeht.

Tipp 4: Immer wieder bewusst loben

Richten Sie Ihren Fokus bewusst auf die positiven Verhaltensweisen Ihres Kindes. So erreichen Sie für sich und Ihr Kind eine angenehme Atmosphäre des Zusammenlebens, was wiederum die positive Selbstwahrnehmung Ihres Kindes fördert.

ADHS

 

Tipp 5: Dem Bewegungsdrang Spielraum geben

Da Sie auf der einen Seite durch Regeln Ihr Kind daran gewöhnen, in erforderlichen Situationen Ruhe zu halten, müssen Sie zum Ausgleich innerhalb der täglichen Routine Möglichkeiten bieten, wo sich das Kind austoben darf. Das brauchen alle Kinder – ein Kind mit AD(H)S noch etwas mehr! Des Weiteren ist Teamsport sinnvoll, weil das Kind hier lernt, sich zu integrieren.

Tipp 6: Und Last but not Least: Liebe und Zuwendung zeigen

Auch wenn der Alltag manchmal anstrengend ist, machen Sie sich einmal Folgendes bewusst:
Hyperaktive Menschen bewältigen durch ihr hohes Energieniveau häufig ein enormes Arbeitspensum bei Dingen auf die sie sich fokussieren, haben eine Begeisterungsfähigkeit, die oft ansteckend ist, einen großen Ideenreichtum, eine große Offenheit gegenüber anderen und Neuem, sind kreativ.

WOHLTUENDE ÜBUNG:

Wo liegen die Stärken Ihres Kindes, was macht Ihr Kind einzigartig, was liebt es? Schreiben Sie hierzu mindestens 20 positive Eigenschaften auf. Sie könnnen mit dem Vornamen des Kindes anfangen und sich zu jedem Buchstaben eine positive Eigenschaft überlegen. Oder machen Sie eine Liste von A bis Z – Sie werden erstaunt sein, was Ihnen alles einfallt!