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Nachteilsausgleich und Fehlerindex für Rechtschreibung 

 06‑Nov‑2023

Von  Sabine Gessenich

Der Nachteilsausgleich im Bereich der Rechtschreibung ist eine Maßnahme, die dazu dient, Schülern und Schülerinnen oder Personen mit Rechtschreibschwächen oder Lernschwierigkeiten zu helfen. Das Ziel des Nachteilsausgleichs ist es, diesen Personen die gleichen Bildungschancen und -möglichkeiten zu bieten, wie anderen Schülern und Schülerinnen, indem man ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Die genaue Umsetzung kann je nach Land, Bundesland oder Schulsystem variieren, aber hier sind einige gängige Maßnahmen und Hilfsmittel, die im Bereich der Rechtschreibung angewendet werden können:

  1. Zusätzliche Zeit bei Tests und Prüfungen: Schüler mit Rechtschreibschwächen können zusätzliche Zeit für schriftliche Prüfungen erhalten, um sicherzustellen, dass sie genügend Zeit haben, um ihre Gedanken klar auszudrücken, ohne durch Rechtschreibprobleme behindert zu werden.
  2. Verwendung von Rechtschreibhilfsmitteln: Schüler können Rechtschreibprüfungen oder -hilfsmittel wie Wörterbücher, Rechtschreibprüfungssoftware oder Spracherkennungssoftware verwenden, um ihre Schreibfähigkeiten zu unterstützen.
  3. Prüfungen in mündlicher Form: Bei einigen Prüfungen kann es erlaubt sein, dass Schüler ihre Antworten mündlich abgeben, wenn ihre Rechtschreibschwächen ihre schriftliche Kommunikation erheblich beeinträchtigen.
  4. Reduzierung der Rechtschreibungspunkte: In einigen Fällen kann die Anzahl der Rechtschreibfehler, die bei der Bewertung berücksichtigt werden, reduziert werden, um den Schülern mit Rechtschreibschwächen gerecht zu werden.
  5. Individuelle Förderung: Schüler mit Rechtschreibproblemen können zusätzliche Unterstützung durch Sonderpädagogen oder Lerntherapeuten erhalten, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.
  6. Individualisierte Lernpläne: Die Schule kann individuelle Lernpläne entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Schülers zugeschnitten sind, um die Rechtschreibung gezielt zu fördern.
  7. Früherkennung und Frühförderung: Es ist wichtig, Rechtschreibschwächen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Fähigkeiten des Kindes zu verbessern.

Der Nachteilsausgleich im Bereich der Rechtschreibung soll sicherstellen, dass Schüler mit Rechtschreibschwächen die Möglichkeit haben, ihr volles akademisches Potenzial auszuschöpfen, ohne dass sie aufgrund ihrer Schwierigkeiten benachteiligt werden. Die genaue Umsetzung kann von Schule zu Schule variieren, daher ist die Kommunikation mit Lehrern und Schulbehörden wichtig, um die bestmöglichen Maßnahmen für den einzelnen Schüler zu finden.

Wenn lediglich auf die Benotung verzichtet wird, ohne durch die Schule eine individuelle Förderung für den Schüler oder die Schülerin bereitzustellen, ist das keine zufriedenstellende Lösung und Eltern sollten hier nachhaken!

Wenn ein Fehlerindex für Rechtschreibung in weiterführenden Schulen auf alle Fächer angewendet würde, könnte dies bedeuten, dass die Rechtschreibung und Grammatik in sämtlichen schriftlichen Arbeiten und Prüfungen in allen Fächern bewertet und in die Gesamtbewertung einbezogen würden.
Dies hätte mehrere Auswirkungen:

  1. Erhöhter Fokus auf Rechtschreibung: Schüler und Lehrer würden dazu ermutigt, mehr Aufmerksamkeit auf die Rechtschreibung und Grammatik zu legen. Dies könnte die Schreibqualität in allen Fächern insgesamt verbessern.
  2. Verbesserte Kommunikation: Die Schüler würden gezwungen, klarer und präziser zu schreiben, was die Kommunikation und das Verständnis in allen Fächern fördern könnte.
  3. Verbesserte Schreibfertigkeiten: Schüler könnten dazu ermutigt werden, ihre schriftlichen Fähigkeiten zu verbessern, unabhängig von ihrem Hauptfach. Dies könnte ihre Fähigkeit stärken, sich schriftlich auszudrücken, was in vielen Berufen von Vorteil ist.
  4. Möglicher Stress: Ein erhöhter Fokus auf Rechtschreibung und Grammatik in allen Fächern könnte bei einigen Schülern zusätzlichen Stress verursachen, insbesondere bei denen, die bereits Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben.
  5. Ressourcen und Schulung: Lehrende könnten zusätzliche Schulungen und Ressourcen benötigen, um Schülern und Schülerinnen zu helfen, ihre Rechtschreibfähigkeiten zu verbessern.
  6. Gesamtbewertung: Die Gesamtbewertung der Schüler und Schülerinnen in den verschiedenen Fächern könnte von den Schreibfähigkeiten abhängen, was Auswirkungen auf die Schülerbewertung und die akademische Laufbahn haben könnte.

Die Idee, Rechtschreibung und Grammatik in allen Fächern zu bewerten, ist kontrovers diskutiert und hängt von Bildungssystem zu Bildungssystem ab. In einigen Ländern ist die Rechtschreibung ein wichtiger Bestandteil der schriftlichen Arbeiten in verschiedenen Fächern, während in anderen Ländern die Schwerpunkte unterschiedlich sind. Eine ausgewogene Herangehensweise berücksichtigt die Bedeutung der schriftlichen Kommunikation in verschiedenen Fächern, ohne dabei die anderen wichtigen Aspekte des Lernens zu vernachlässigen. 

Wenn diese Idee in Deutschland umgesetzt würde, wie es derzeit für Hessen vorgesehen ist (Stand 2023), müssen Schulen bei der Vermittlung der Rechtschreibung wieder mehr in die Pflicht genommen werden. Derzeitige Praxis ist es nämlich, die Behebung von Rechtschreibproblemen nach außen (sprich: ins Elternhaus) zu verlagern und dagegen müssen sich Eltern mehr wehren!

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