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Lockdown für Schulen bei zweiter Welle 

 Oktober 4, 2020

Von  Sabine Gessenich

Wissenswert für Eltern

Wir alle rechnen damit, dass im Winter Lehrer und Schüler eine normalerweise persönlich gehaltene Klasse in einen temporären Online-Raum umziehen müssen, wenn die Corona-Fallzahlen steigen. Möglicherweise werden Eltern wieder ganz kurzfristig mit ihren Kindern zuhause arbeiten müssen.

Da die meisten Schulen noch kein digital konzipiertes Lernen anbieten, habe ich hier zusammengefasst, was Eltern tun können, um das Lernen zuhause zu unterstützen.

Tippsammlung für das Lernen zuhause

Die Tippsammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll dazu dienen, den Stress innerhalb Familien zu reduzieren und die Chancen auf Erfolg beim Lernen für Kinder zu erhöhen.

Die Idee hinter dieser Zusammenstellung ist es, Eltern zu helfen, die ihren Kindern helfen, Online-Lernaufgaben zu Hause zu erledigen. Was sollte man als Minimum sicherstellen?

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, weiter zu den Tipps.

Wie Sie Ihr Kind gut beim Lernen zuhause unterstützen können

1. Einen Zeitplan festlegen (und einhalten)

Je näher dieser an einem "Schulplan" liegt, desto leichter wird es wahrscheinlich für alle sein. Natürlich können (und sollten) Sie alles, was Ihnen am Anfang einfällt, überarbeiten, um es an Ihre häuslichen Verhältnisse anzupassen (Arbeitszeiten, Schlafenszeiten usw.). Aber sobald Sie etwas haben, das funktioniert, halten Sie sich daran. Und das bedeutet mit ziemlicher Sicherheit, eine Art Zeitplan zu benutzen (und einzuhalten), um zumindest zu klären, wie viel Zeit für was aufgewendet wird.

2. Vergewissern Sie sich, dass sie alle notwendigen Materialien haben, um alle Aufgaben zu erledigen

Ob Bleistift und Papier, eine stabile WiFi-Verbindung, Anmeldeinformationen für alle Konten, ein PDF-Reader oder Anwendungen zum Notieren oder Lesen - was immer sie benötigen, um die Arbeit zu erledigen.

3. Schaffen Sie eine lernförderliche Umgebung

Das ist nicht immer einfach. Das Kind braucht einen eigenen ungestörten Arbeitsplatz und muss wissen, zu welchen Zeiten es mit Ihnen Rücksprache halten kann, wenn es Fragen hat. Planen Sie also bei Ihrer eigenen Arbeit entsprechende Pausen ein, in denen Sie Ihrem Kind zur Verfügung stehen.

4. Einen Tagesplan erstellen

Identifizieren Sie die zu erledigenden Aufgaben für diesen Tag und planen Sie entsprechende Zeiten inklusive Puffer ein. Besonders effektiv ist es, wenn Sie Ihr Kind in diese Planung mit einbeziehen.

5. Sie sind kein Lehrender

Sehen Sie Ihre Aufgabe also eher darin, Ihrem Kind beim Verstehen zu helfen. Dies kann eine Gratwanderung sein, denn hierbei erfolgreich zu sein ist von Schüler zu Schüler, von Klassenstufe zu Klassenstufe und von Inhaltsbereich zu Inhaltsbereich sehr unterschiedlich. Für viele Eltern stellt es eine sehr große Herausforderung dar, dem Kind nicht zu viel ‚abzunehmen‘ oder auch ihm nicht zu viel zuzumuten.

6. Stellen Sie sicher, dass alle Arbeiten abgeschlossen sind

Jede Arbeit, die unvollständig bleibt, ist aus gutem Grund unvollständig und hat einen zeitgebundenen, umsetzbaren nächsten Schritt (z.B. eine E-Mail an die Lehrkraft mit der Bitte um Klärung von Schritt 3 der Aktivität, damit Ihr Kind sie morgen bis Mittag einreichen kann). Ziehen Sie Ihr Kind hierbei zur Verantwortung und bringen sie ihm nahe, dass es seine Arbeit ist.

7. Helfen Sie Ihrem Kind, Nachrichten zu überprüfen und mit der Schule zu kommunizieren.

Suchen Sie täglich nach Nachrichten von Lehrenden und anderen Lernenden und stellen Sie sicher, dass Ihr Kind auf alle Nachrichten antwortet, wo dies erforderlich ist.

8. Denken Sie daran, dass es um das Kind geht, nicht um die Arbeit.

Für einige Eltern kann es schwierig sein, dies im Auge zu behalten, wenn so viel Druck auf allen liegt. Und darüber hinaus ist dies natürlich eine Erziehungsphilosophie - für einige Familien kann es sehr wohl eine Frage der Disziplin sein, das zu tun, was einem gesagt wird, damit die Lehrenden zufrieden sind.

Wenn Sie jedoch der Meinung sind, dass die Aufgaben dem Kind dienen sollten und nicht das Kind den Aufgaben - oder dass dies zumindest teilweise stimmt -, dann üben sie bitte nicht zu viel Druck auf Ihr Kind aus. Wichtiger ist das Wohlergehen, damit seine Kreativität, Neugierde und intrinsische Motivation erhalten bleiben.

9. Lernen Sie, die Barrieren zu erkennen

Versuchen Sie, genau zu erkennen, warum Ihr Kind möglicherweise Probleme hat: Ist es der Fokus? Ist es die Motivation? Zu viel oder zu wenig Struktur? Braucht es eine Umarmung oder eine freundlich formulierte Ermahnung oder müssen Sie sich zu ihm setzen?

Und wenn es sich um ein Wissensdefizit handelt, was genau versteht es nicht? Wenn Lernende sagen: "Ich verstehe es nicht", ist der erste Schritt, genau zu identifizieren, was "es" ist - und das ist nicht immer einfach. Die meisten Lernenden wissen nicht, was sie nicht wissen. Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit unseres Internets und zeigen Sie Ihrem Kind, wie man dort recherchieren kann. Bitte erarbeiten Sie mögliche Fragestellungen mit dem Kind gemeinsam - davon profitiert es sehr.

Tipps für Eltern, die etwas mehr Zeit und Ressourcen aufwenden können

10. Personalisieren Sie das Lernen

Sie können den Lernraum Ihres Kindes fast immer individuell gestalten (Ton, Licht, Raum, Ausstattung usw.) und wahrscheinlich auch den Zeitplan Ihres Kindes anpassen. Möglicherweise haben Sie Einblick den Lehrplan. Nutzen Sie die Stärken und Begabungen Ihres Kindes und bauen Sie so weit wie möglich auf diesen auf.

11. Fördern Sie eine wachstumsorientierte Denkweise

Es geht nicht darum, was oder wie man lernt, sondern vielmehr darum, wie man über das, was man lernt, nachdenkt. Stellen Sie Ihrem Kind deshalb Fragen wie zum Beispiel:

Was hast Du heute besonderes gelernt? Was war nützlich, außergewöhnlich oder lustig? Wann hast Du dich heute gewundert. Hat Dich etwas verwirrt?

12. Offenes Lernen fördern

Ziel ist es, Ihr Kind in die Lage zu versetzen, Lernen als etwas zu sehen, über das es die Kontrolle hat, und dass Neugierde es überall hinführen kann. Es kann sich von seinen eigenen Interessen, seinem Hintergrundwissen und seiner Neugierde am Lernen leiten lassen. So entsteht leidenschaftsbasiertes Lernen, das sich durch selbständiges Nachforschen und Autonomie auszeichnet.

So regen Sie Ihr Kind an, eigenen Ideen zu erforschen und seinen eigenen Instinkten zu folgen, indem es um des Lernens willen lernt, um des Schaffens willen schafft und um des Tuns willen tut.

13. Organisieren Sie die Lernumgebung Ihres Kindes

Besser gesagt, helfen Sie Ihrem Kind, seine Lernumgebung (sowohl physisch als auch digital) zu organisieren.

Wie dies geschieht, hängt (wie bei allem anderen auf dieser Liste) von den individuellen Umständen ab: Treffen sich die Klassen live? Täglich oder wöchentlich? Liebt Ihr Kind das Lernen oder war die Schule für es ein Kampf? Gibt es einen festen Lehrplan? Gibt es Flexibilität in diesem festen Lehrplan? Werden die Aufgaben benotet? Und so weiter.

Stellen Sie sich einen Lernenden, der in seinem Zimmer an einem Desktop-Computer sitzt und am Lernsystem seiner örtlichen Schule angemeldet ist. Er hat sein I-Pad geöffnet und verwendet Microsoft OneNote, um Notizen zu machen, während sein physisches Lehrbuch neben der Tastatur geöffnet ist. Er hat auch seinen Webbrowser mit mehreren geöffneten Registerkarten für Suche, Kommunikation und verwandte Lernressourcen sowie einen digitalen oder physischen Kalender mit anstehenden Terminen für wichtige Aufgaben geöffnet. Und schließlich verwendet er eine Aufgabenliste und einen Lernplan für diesen Tag als Orientierungshilfe.

Das ist ein Beispiel für eine "Lernumgebung".

14. Helfen Sie Ihrem Kind, seine eigene Motivation zu finden.

Ich habe versucht, dies vorsichtig zu formulieren, weil Kinder nicht nur hinsichtlich ihres Motivationsniveaus und der Herkunft dieser Motivation so drastische Unterschiede aufweisen. Wie bereits erwähnt, können und müssen Sie als Eltern die Lehrenden nicht ersetzen.

Die Motivation eines Kindes ist jedoch ein Bereich, in dem die Eltern (im Idealfall) besser sind, als jeder Lehrende sein könnte. Hier geht es darum, ihm dabei zu helfen, "lernen zu wollen", ohne jede Motivation von außen und unabhängig vom tatsächlichen Wert des erlangten Wissens.

15. Helfen Sie Ihrem Kind, ein Lernnetzwerk aufzubauen.

Verbinden Sie es mit Gleichaltrigen - idealerweise Gleichaltrigen mit ähnlichen Zielen und Lebensansätzen.

16. Helfen Sie Ihrem Kind, den Wert von spezifischem Wissen und sich ändernden Wissensanforderungen zu verstehen

Betonen Sie außerdem kritisches Denken (lernen, wie man denkt) und das Erlernen von Lese- und Schreibfähigkeit (lernen, wie man lernt) gegenüber inhaltlichem Wissen (akademischem Wissen). Idealerweise würde dies in jedem formalen Lernszenario geschehen.

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