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Freude an Sprache durch selbstverfasste Texte 

 14‑Apr‑2024

Von  Sabine Gessenich

Mangelndes Textverständnis bei Schülern und Schülerinnen


Heutzutage stehen viele Kinder und Jugendliche vor neuen Herausforderungen im Bereich des Textverständnisses. Unter anderem auch durch die vermehrte Nutzung digitaler Medien und den damit einhergehenden Verlust von persönlichem Kontakt haben einige Kinder und Jugendliche ausgeprägte Schwierigkeiten entwickelt, komplexe Texte zu verstehen. Dies kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne oder  Schwierigkeiten, zwischen relevanten und unwichtigen Informationen zu unterscheiden. Häufig besteht auch ein Mangel an Übung im Umgang mit gedruckten Texten.

Die Bedeutung des Lesens

Um Kinder und Jugendliche zu einem besseren Textverständnis zu führen, ist es wichtig, ihre Lesefähigkeiten gezielt zu fördern. Dazu gehören regelmäßige Übungen zum Leseverständnis, das Anbieten von vielfältigen Texten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade sowie das Einüben von Strategien zum aktiven Lesen. Hierzu gehören insbesondere das Herausarbeiten von Hauptgedanken, das Identifizieren von Schlüsselwörtern oder das Stellen von Fragen zum Text.

Die Bedeutung der Rechtschreibung und der Handschrift


Trotz des zunehmenden Einsatzes digitaler Medien bleibt die Rechtschreibung und Handschrift nach wie vor wichtig. Eine korrekte Rechtschreibung erleichtert nicht nur das Verständnis von Texten, sondern ist auch in vielen Lebensbereichen unerlässlich, wie der schriftlichen Kommunikation oder der beruflichen Karriere. Ebenso ist eine lesbare Handschrift eine grundlegende Fertigkeit, die nicht vernachlässigt werden sollte. Sie beeinflusst maßgeblich die Lesekompetenz und die Effizienz beim Verfassen von Texten.

Individuelle Förderung der Textarbeit


Neben den allgemeinen Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Textverständnis stehen Lehrerinnen und Lehrer auch vor der Problematik, auf die unterschiedlichen Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler einzugehen. Insbesondere in Klassen mit Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Fremdsprache lernen, kann dies eine große Herausforderung darstellen. Es erfordert differenzierte Unterrichtsmethoden und individuelle Unterstützung, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihr volles Potenzial entfalten können.

Darüber hinaus erhalten immer mehr Schülerinnen und Schüler die Diagnose einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) oder einer Dyskalkulie. Obwohl diese Diagnosen dazu beitragen können, die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Schülerinnen und Schüler besser zu verstehen, werden sie oft als Stigma empfunden und bieten allein keine Lösung für die Herausforderungen im schulischen Alltag. Stattdessen ist es wichtig, dass Lehrkräfte geeignete Unterstützungsmöglichkeiten bereitstellen und individuelle Lernwege für jeden Schüler und jede Schülerin entwickeln, um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird. Häufig sind deshalb auch zusätzliche, außerschulische Fördermaßnahmen erforderlich.

Über die Bedeutung, eigene Texte zu verfassen


Die Arbeit mit selbstverfassten Texten bietet Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl von Lernchancen, insbesondere im Einzelunterricht. Durch das Verfassen eigener Texte können sie nicht nur ihre Schreibfertigkeiten verbessern, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Rechtschreibung entwickeln. Indem sie unterstützt werden, aktiv über den Aufbau und die Struktur von Texten nachzudenken, können sie ihr Wissen über grammatische Regeln und Rechtschreibkonventionen anwenden und festigen.

Durch die Einbindung selbstgeschriebener Texte in den Unterricht können Schülerinnen und Schüler zudem ein Gespür für Fehlschreibungen entwickeln. Indem sie ihre eigenen Texte überprüfen und Fehler korrigieren, werden sie sensibilisiert für typische Fehlermuster und können diese besser erkennen, sowohl in ihren eigenen als auch in fremden Texten. Dies fördert nicht nur ihre sprachliche Kompetenz, sondern auch ihre Fähigkeit zur Selbstkorrektur und zur kritischen Reflexion über geschriebene Texte.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang ein „Sprachsensibler“ Mathematikunterricht


Im Kontext eines sprachsensiblen Mathematikunterrichts spielt das Textverständnis eine wichtige Rolle. Oftmals werden mathematische Probleme und Aufgaben in Form von Texten präsentiert, die nicht nur mathematische Konzepte, sondern auch sprachliche Fähigkeiten erfordern, um sie zu verstehen und zu lösen.

Ein sprachsensibler Mathematikunterricht berücksichtigt die unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und unterstützt sie dabei, mathematische Texte besser zu verstehen. Dies kann durch die Verwendung klarer und präziser Sprache, die Erklärung von Fachbegriffen und die Bereitstellung von Hilfestellungen in Form von Glossaren oder unterstützenden Materialien erfolgen.

Darüber hinaus fördert ein sprachsensibler Mathematikunterricht das Textverständnis, weil er den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, mathematische Konzepte in eigenen Worten zu erklären und komplexe mathematische Zusammenhänge in schriftlicher Form zu kommunizieren. Durch das Schreiben von Erklärungen, Lösungswegen oder mathematischen Argumentationen können sie ihr Verständnis vertiefen und sprachliche Ausdrucksfähigkeiten entwickeln.

Insgesamt trägt ein solcher Ansatz dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur mathematische Inhalte besser verstehen, sondern auch ihre sprachlichen Kompetenzen verbessern. Das stärkt ihr Textverständnis insgesamt.

Was bewirken selbstverfasste Texte in der Lerntherapie?


Als Lerntherapeutin habe ich die Möglichkeit, mit Schülern und Schülerinnen in verschiedenen Altersstufen an Texten zu arbeiten. In meiner Arbeit ist es ein zentrales Anliegen, den Schülerinnen und Schülern dabei zu helfen, eigene Texte zu verfassen und sich mit mir sowohl über die Inhalte als auch über die Schreibung auszutauschen.

Es ist erstaunlich zu beobachten, wie sich diese Schülerinnen und Schüler in ihrer Fähigkeit zum Verfassen eigener Texte entwickeln. Egal, ob es sich um Erstklässler handelt, die ihre ersten Geschichten schreiben, oder um ältere Schülerinnen und Schüler, die komplexe Aufsätze verfassen, sie alle zeigen eine bemerkenswerte Verbesserung im Laufe der Zeit. Durch gezielte Übungen und individuelle Unterstützung gelingt es den Schülerinnen und Schülern, ihre Gedanken in Worte zu fassen und sie auf Papier zu bringen.

Besonders erfreulich ist es zu sehen, wie sich nicht nur ihre schriftlichen Fertigkeiten verbessern, sondern auch ihr Selbstbewusstsein wächst. Das Verfassen eigener Texte ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, ihre eigenen Ideen und Gedanken auszudrücken und sich auf diese Weise kreativ auszuleben. Sie lernen, ihre Stimme zu finden und sich selbstbewusst in schriftlicher Form auszudrücken, was einen positiven Einfluss auf ihr Selbstwertgefühl hat.

Darüber hinaus entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine zunehmende Freude am Schreiben. Anfangs mögen einige von ihnen zögerlich sein oder Schwierigkeiten haben, ihre Gedanken in Worte zu fassen. Aber im Laufe der Zeit wächst ihre Begeisterung für das Schreiben. Es wird für so sie nicht mehr nur als lästige Aufgabe wahrgenommen, sondern als kreative Möglichkeit, sich auszudrücken und ihre Gedanken zu teilen.

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Es ist wichtig, die Fertigkeiten immer wieder zu trainieren. Sie sind die Vorbereitung für das spätere Schreiben und Lesen.