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Der POTENTIALO-Ansatz 

 20. April 2026

Von  Sabine Gessenich


Inhaltsübersicht

Es gibt einen Moment, der im Unterricht täglich passiert – und täglich übersehen wird.

Ein Kind sitzt vor einer Aufgabe. Es beginnt nicht. Es schaut zur Seite, dreht den Stift, sagt schließlich: keine Lust. Die Lehrkraft denkt: unmotiviert. Und handelt entsprechend.

Aber was, wenn die Einschätzung falsch ist?

Viele Lernblockaden entstehen nicht aus Fähigkeitsmangel. Sie entstehen, weil ein Kind sich schützt – weil der Fehler, der sichtbar werden könnte, zu viel riskiert. Das Verhalten ist kein Defizit. Es ist eine Botschaft. Dieses Prinzip ist der Ausgangspunkt des POTENTIALO®-Ansatzes.

Der POTENTIALO®-Ansatz beschreibt eine andere Art des Hinschauens: Verhalten lesen, bevor man urteilt. Verstehen, bevor man erklärt. Und den Moment erkennen, in dem Lernen wieder möglich wird – nicht durch mehr Druck, sondern durch einen veränderten Blick auf das Kind.

Das zentrale Prinzip lautet: Beobachtung vor Bewertung. Wer dieses Prinzip konsequent anwendet, verändert nicht nur seine pädagogische Praxis – er verändert, was Kinder über sich selbst denken.

Der POTENTIALO®-Ansatz ist kein Methodenkoffer. Er ist eine diagnostische Haltung, die trainierbar ist – für Lehrkräfte, Lerntherapeutinnen und alle, die verstehen möchten, was hinter Lernblockaden wirklich steckt.

Dieses Prinzip wirkt. In der Einzelsitzung. Im Klassenzimmer. Und überall dort, wo jemand bereit ist, ein Kind wirklich zu sehen.

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